Der Ursprung von Mariastein
Über dem Dorf Ettingen liegen die Überreste der Burg Fürstenstein, einst der Wohnsitz der Herren von Rotberg. Einer der Tapfersten dieses Stammes war Hans von Rotberg, der im 14. Jahrhundert lebte. Als einst der Ritter in Basel bei seinen Bekannten war, lustwandelte seine Gattin mit ihrem Kinde, einem blühenden Töchterlein, in der Umgegend ihres Wohnsitzes. Das Kind suchte Blumen und Erdbeeren, die es freudig seiner Mutter brachte. Da plötzlich hörte die Mutter einen Angstruf. Sie sprang auf und eilte dem Orte zu, wo sie ihr Kind am Berghang zuletzt gesehen hatte. Ein Abgrund
gähnte ihr entgegen, aber nirgends erblickte sie das Mädchen. Da stürzte sie, ihr Kind dem Schutz der Muttergottes empfehlend, auf steilem Pfad hinunter ins Tal. Aber o Wunder: Der Verzweifelten kommt das totgeglaubte Kind entgegen, trägt sein Körbchen voll Erdbeeren und erzählt, eine schöne Frau habe es mitten im Fall in die Arme geschlossen und im Tal unten sanft ins Gras gesetzt. Dort habe es Beeren gepflückt und wolle sie nun dem Vater bringen.
Zum Andenken an diese wunderbare Rettung liess der Vater an jener Stelle eine Kapelle errichten, und diese gab Anlass zur Erbauung des Klosters Mariastein.
Ettingen
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.