Die Geisterpferde
Auf Fürstenstein hauste einst ein grausamer Ritter, der seine Freude daran hatte, die Leute zu plagen. Eines Tages ritt er an einem Haus vorbei, vor dem ein armer Bauer auf einem eichenen Baumstamme sass. Der Ritter hielt an und sagte zum Bauern: «Bis heute Mittag musst du diesen Baumstamm auf meine Burg bringen, sonst - !» Mit höhnischem Lachen ritt er davon. Der Bauer klagte seine Not einem Nachbarn. Dieser sagte, er solle sich trösten, er werde ihm schon helfen. Kaum war der Bauer zu Hause, als der Nachbar mit drei schönen schwarzen Pferden heransprengte. In kurzer Zeit war angespannt, und im Nu waren alle, die beiden Bauern, die Pferde und der riesige Baumstamm droben auf der Burg. Der Ritter war höchst erstaunt und fragte, wie das möglich gewesen sei und was das für schöne Pferde seien. «Das sind», antwortete der Bauer, «Euer Urgrossvater, Euer Grossvater und Euer Vater.» Auf diese Worte fiel der Ritter bewusstlos zu Boden. Von nun an war er besser gegen seine Untertanen.
Fürstenstein
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.