Vom Doggeli
Als Korporal und in dieser Eigenschaft als Zimmerchef der Rekrutenschule in der Kaserne Liestal hatte ich einen Soldaten namens Hermann Heiniger, wohnhaft in Münchenstein, der war vom Doggeli befallen.
Als ich einmal vom Appell ins Mannschaftszimmer kam, sah ich bei der Türe zwei Messer, ein andermal zwei Bajonette über das Kreuz gelegt. Heiniger gestand mir, er habe diese Messer bzw. die Bajonette zum Schutz gegen das Doggeli auf die Türschwelle gelegt, und zwar auf Anraten seiner Mutter. Ich erklärte ihm, das Doggeli sei Alpdrücken und komme vom Magen her, was er nicht glauben wollte. Er behauptete steif und fest, das Doggeli schon mehrere Male gesehen zu haben. Es sei von der Türe her gegen ihn gekommen und habe sich auf seine Brust gesetzt. Durch das Doggeli sei er gewöhnlich so gelähmt, dass er kein Glied rühren und auch nicht rufen könne.
Münchenstein
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.