Wasserschmecker und Schatzsucher
Meine Grossmutter erzählte oft, im Hof Obergruet (Schlössli) sei in früheren Zeiten kein laufender Brunnen gewesen, und das Wasser musste aus einem Sodbrunnen gepumpt werden.
Ein Knabe, der im Schlössli wohnte, behauptete nun, dass an einer gewissen Stelle laufendes Wasser zu finden sei. Grabarbeiten, die daraufhin vorgenommen wurden, förderten eine schöne Quelle zutage, die dem Brunnen des Obergruetes heute noch Wasser liefert. Dieses ist während der grössten Hitze immer wunderbar kühl, und es galt als Gesundbrunnen, von dem für viele Kranke das Wasser geholt wurde. Merkwürdigerweise versiegte die Quelle auch in Zeiten der grössten Trockenheit nicht.
Der gleiche Knabe erklärte, unten am Gruetberg sei irgendwo Geld in einem Kessel vergraben. Dieser Knabe soll sich jede Nacht vom Hause entfernt haben, und wo er sich aufhielt und was er während der Nachtzeit trieb, ist nie bekannt geworden. Eines Tages war er auf unerklärliche Weise verschwunden.
Münchenstein
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.