Der Rothallenweiher
Im Waldgebiet der Rothallen, am nordwestlichen Abhang des Geispel, liegt ziemlich versteckt ein Weiher. Dieser wird unterirdisch mit Wasser gespeist, so dass man glaubt, er stehe mit dem Meer in Verbindung. Auch ein sichtbarer Abfluss fehlt. Dem Gewässer wird eine unergründliche Tiefe nachgesagt. Bei einem Holzschlag in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts fielen drei mächtige Buchen in den Weiher und verschwanden. Als der Vater des Erzählers im Jahre 1880 die Tiefe messen wollte, sank das Senkblei, bis keine Schnur mehr vorhanden war.
Es wird erzählt, in früheren Zeiten sei einmal ein geharnischter Ritter mit seinem Pferd versunken.
In Münchenstein wird der Weiher auch Totenweiher genannt, weil einst ein Fuhrmann mit zwei Pferden dort ertrunken sei. Im Winter sehe man zuweilen die Verunglückten als luftige Gespenster aus dem Wasser aufsteigen. Da auch in den letzten Jahrzehnten verschiedene Erwachsene und Kinder in dem langsam verlandenden Weiher einsanken und nur mit Mühe gerettet werden konnten, wurde der Rothallenweiher durch einen Stacheldrahtzaun abgesperrt.
Muttenz
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.