Hexenwerk
Der Pfarrherr von Oberwil, der an keine Hexen glauben wollte, stiess (um 1570) eines Tages, als er in Eile über einen Brückensteg schritt, eine ihm in dem Weg stehende Vettel in den Kot hinab. «Herr Pfaff», schrie die Alte heiss ergrimmt zu ihm auf, «du sollst mir`s nicht umsonst getan haben!» Er wurde vom Gürtel bis zu den Sohlen gelähmt, so dass er zur Kirche und zu Krankenbetten jeweils von zweien getragen werden musste. Nach drei Jahren wurde das Weib krank und erbat von dem Geistlichen die Absolution. Es erwähnt in der Beichte die Zauberei nicht, versprach aber, ihm dazu zu verhelfen, dass er bald nach ihrem Ende gesund werde. Nachdem die Alte «auf die ihr vom Satan bestimmte Zeit verstorben war», wurde der Priester dreissig Tage darauf plötzlich frisch und gesund.
Oberwil
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.