Wie die Therwiler ihren Necknamen erhielten
a) Früher folgte die Grenze zwischen den Bännen Therwil und Reinach der Wasserscheide. Da die Therwiler ihren Wald zu klein fanden, zogen sie mit hundert Eseln aus und schleiften die Bannsteine gegen Reinach. Dabei stand ein Esel um, und es waren deren nur noch neunundneunzig. Seitdem nennt man die Therwiler Neunundneunziger oder Marchsteinschleifer. Wenn man um Mitternacht über das Chäppeli geht, kann man noch das Rasseln der Ketten hören.
b) Es rückten einst hundert Therwiler Soldaten gegen Arlesheim. Auf dem Chäppeli zählte sie der Anführer. Da er sich aber nicht mitzählte, kam er immer nur auf neunundneunzig.
c) Anno 1499 schauten die Therwiler beim Gefecht auf dem Bruderholz zu. Einige halfen den Eidgenossen, indem sie Gabeln, Kärste und Sensen herausgaben. Nachher prahlten sie: «Ja, ja, anno Neunundneunzig, da sind wir Therwiler auch dabei gewesen.»
d) Der Neckname Nünenüünzger, d.h. die Zahl 99, ergibt sich, wenn man die Buchstaben des Alphabets nummeriert und die Zahlen für «Derwyll» zusammenzählt. Die Summe beträgt dann 99.
Therwil
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.