Ein Schelm muss sterben
Meine Grossmutter von Arisdorf erzählte etwa: Ein Bub hatte eine Art Auszehrung, kein Doktor konnte helfen. Man ging zu einem Kapuziner; der sagte, es sei ihm etwas angetan worden, ob er etwas gestohlen habe. Der Bub gab zu, er habe in einem Privatwald ein Bäumlein ausgegraben. Da riet der Kapuziner, sie sollten zum Besitzer gehen. Dieser sagte, «worum si so lang nit cho syge, er wüss nit, ob no öppis z mache syg». Er het nämlig e Zwyg vo däm gstückte Baum — me tuet bim Grabe e Teil Zwyg abhaue — uufgläse und is Cheemi ghänkt gha. Er het glaubt, so wie das Eschtli dür wärd, wärd au der Schelm. Jetz wo ner im Cheemi isch go luege, isch dä Zwyg dür gsi, und der Bueb het müese stärbe.
Arisdorf-Olsberg
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.