Das vermeintliche Kirchhofgespenst
Vier Samariterinnen kehren gegen zwölf Uhr nachts von einem Kursabend in Liestal zurück. Wie sie gegen den Gottesacker kommen, erschrecken sie sehr: Auf dem stillen Friedhof geht immer ein kleines Licht hin und her. Während die drei anderen in hellem Galopp über Äcker und Wiesen dem Dorfe zu rennen, geht die vierte, Jungfrau Emma Baumgartner, tapfer auf den Friedhof zu. Da erkennt sie beim Schein einer Laterne den Totengräber, den «Gespensterseher» Jakob Schaffner -Sutter. In ernstem Tone sagt sie zu ihm: «Aber Jokeb, was machsch au so spot uf em Gottesacher?» «I ha numme my Gschir gholt und welle luege, öb die do au öppis säge, wenn i so spot chumme.»
Augst
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.