Betrug mit einer Alraune
Jahr 1791. Der Wannenmacher Kyburz von Ärlisbach (Erlinsbach) «dermalen Bürger zu Augst», und seine Frau haben «aus Mangel und Armuth» einen betrügerischen Alraunhandel versucht. Einige «Wälder» aus der Gegend von Laufenburg wollen von ihm für den Geistlichen von Blauen im Bistum Basel für teures Geld «ein Thier oder eine Allraune…,welche alle Tage 2 neue Thaler mache», erwerben. Jener Pfarrherr wolle sie auf Probe, und wenn sie gut sei, «so müsse sie ihm drey Krüge Wasser aus dem Paradies bringen, und wenn man als dann von diesem Wasser auf Eisen oder sonstige Sachen schmiere, so werde alles zu Gold». Er könne auch «das Thierlin» zwingen, ihm alle Schätze und Geld, das in Kriegszeiten oder im Meer verloren gegangen, aufzudecken. Im Verhör gibt Kyburz zu, nie eine Alraune besessen zu haben. Die beiden Delinquenten wurden am Sonntag, den 4. August 1791 in der Kirche zu Pratteln der christlichen Gemeinde «vorgestellt».
Augst
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch