Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Spass mit dem unruhigen Pfarrer

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Während des Abtragens der alten Kirche von Bubendorf (1879) gab es ein lustiges Intermezzo: Von alters her ging die Sage, ein Pfarrer habe in einer Zeit der Teuerung für arme Leute Lebensmittel erhalten. Anstatt sie zu verteilen, habe er sie dem eigenen Vieh verfüttert. Nach seinem Tode habe er keine Ruhe im Grab gefunden, bis ein Kapuziner ihn in ein Fläschlein gebannt und hinter dem Denkstein versorgt habe.

Ein Witzbold unter den Arbeitern kannte diese Geschichte und versteckte vor dem Wegräumen der Grabplatte sorgfältig sein Znünifläschchen dahinter. Beim Abheben – o Wunder! – kam das Gütterli zum Vorschein. Allgemeines Erschrecken! Einer der Männer aber näherte sich mutig, nahm den Zapfen weg und konstatierte einen ganz respektablen Tropfen Brennts, mit dem noch etwas anzufangen sei.

Bubendorf

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.