Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Liebeszauber und schussfest machen

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Der der Zauberei angeklagte Schreiner Peter Hoch von Liestal gesteht 1627, er habe von einem Basler ein Zauberbüchlein abgeschrieben, u. a. auch Liebeszauber: eine Wurzel mit drei Haaren der Begehrten umwickeln und sie unter der Dachtraufe begraben, oder «eines Jungen Spatzen Zungen» dörren und «einer Jungfrawen eines gufenknopfs gross» geben, dass sie «i me Hold sein müsse». Er leugnet dagegen, schuld zu sein, dass seiner neuverheirateten Schwester und dem Schwager «ein sunderbare Ungelegen Inn Ihrem Eebeth (Ehebett!) widerfahren» sei - im Bett hatten sich Papierscheiblein mit aufgestempelten Zeichen, zu beiden Seiten des Bettes Holzspänchen mit aufgewickeltem Frauenhaar gefunden. Die beiden Eheleute geraten in Hochs Gegenwart in Angstzustände.

Als Hoch wegen drohender Kriegsgefahr nach Augst zur Wache aufgeboten wurde liess er von seiner Frau gegen Hieb und Stich Zauberzettel in sein Wams einnähen. Hoch wird gefoltert und zu zwei Jahren Verbannung verurteilt.

Liestal

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.