Der Fuchs im Geimu
In Geimu, eine Stunde ob Naters, auf der Seite des Hochgebirges, soll es ehemals auch unheimlich gewesen sein. Dort soll ein gespenstiger Fuchs herumgespukt haben. Ein unerschrockener Jäger soll gesagt haben, wenn ich gesegnetes Pulver in meine Büchse lade, so will ich probieren, ob ich diesen Fuchs nicht auch auf der Beize z'schlafen legen kann. In einer Winternacht ging er also express in einen Stall dorthin, wo es herumspuken sollte, auf die Fuchs-Passi. Gegen zwölf Uhr der Nacht kam wirklich ein grosser Fuchs auf die Beize. Der Jäger schlug an und gab Feuer. Da warf es ihm das Gewehr aus den Händen bis zuhinterst an die Wand des Stalles. Erschrocken, doch mutig, wollte er zu dem Glotz (Stallfenster) hinaussehen, ob er getroffen — da stiess er sein Gesicht an ein gletscherkaltes Menschenangesicht — als wenn dasselbe auch hineinschauen wollte. — Ungeachtet des Schreckens, den ihm dies Zusammenturnen verursachte, eilte er nach Haus. Die Folge davon war eine lange Krankheit und dass er niemals mehr auf die Jagd ging.
Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch