Die Heidenplatte
Etwa eine halbe Stunde nördlich vom Weiler Zmutt, an den sogenannten Hubelwängen ist noch jetzt eine flache Steinplatte von ziemlichem Umfange zu sehen, auf welcher man mehrere Aushöhlungen und Eindrücke deutlich wahrnimmt, in welche kleinere und grössere Fersen von Menschenfüssen ganz gut hineinpassen. Mancher Reisende steht nachdenkend still, wie doch die Natur solche Erscheinungen zu Tage fördern könne? — Da will nun eine Sage Aufschluss geben. Vor vielen Jahrhunderten lebten in diesen Gegenden wilde Heiden, die auf dieser Platte ihre Versammlungen gehalten haben sollen. Man sagt von ihnen, sie wären auf ihren Fussfersen gestanden und gegangen; hätten darum dieser Platte, jetzt "Heidenplatte" geheissen, solche Merkmale eingedrückt.
(erzählt von Herrn Kaplan Mooser)
Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch