Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Geist im Erbji

Land: Schweiz
Kanton: Wallis
Kategorie: Sage

Härt am Wald ob Chäschermatten, am Riedberg, steit in am ganz einsamu Güetji, as chleis schwarzus Holzhüschi in dem es vor einigu Jahru oich soll uheimli g'si si. Mittsch über Tag, soll mu sus da hä ze Pfeistru g'seh ussa lotze, wa sust doch kei Mensch noch im Hüsch, noch Güetji umha g'sin ist. Oft hei die, weli dum Wasser glotzet oder selber in ner Nacht da umhagwässerot heint, sus wie an altvätrische Ma, über d'Wasserleitu g'seh hin- und her ga. — Am-mal hät da oich an Eiguntümmer in der Nacht g'wässerot; wie er ebu hät wellu das Teilholzji istellu, so hät er g'spirrt, dass mu as wer hinderrücksch a liechte Stoss git. In der Meinig es sig a wohlbekannti Persoh, rieft er: «Wer ist da?» Und wie er hinder schich g'seh hät — so ist da schi verstorbu Schwager libhaftig vor ihm g'stannu; un wil er nu ang'redot hät, so hät der Tot oich z'Recht g'häbet ihnu anz'redu. Was mu der Verstorbno all's g'seit hät, ist nie bikannt wordu; nur einigi Sache hät er van ihrer Unterredung usg'seit. Unter andrum — dass mu da a Wasserfuohr g'macht hei, di ung'recht sy, und mu wieder innu rechtu Rüüss leitu selle; und noch mengs andra, und darnach hei mu niemals meh as was g'spürt oder das mindost Dingelti vermerkt.

 

Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch