Geistergeschichte vom Hanig
Amal ist an Eister, der nach Grächu z'schiner Liebsti wellu hät, uf der Hanig-Alpa b'nachtet. Da hät er g'hört hell pfiffu. In ner Meinig, es syge Holzlüt, hät er mu entgegu gipfifot. D'ruf hät's wieder entgegu gipfifot, aber viel nähjer hät-nu giducht, als derfir: Noch immer ist er der Meinig g'si, es si Hirta oder Holzlüt, hät er nochmal a helle Pfiff lan gah. D'ruf hät's so hell und starch gipfifot, dass s'mu durch March und Bei ist g'gangu und z'ringum, im Berg und Tal erbellt hät, und mu fürchon ist, as wes hert an ihm wäri. Wie er zum Staful-Türli chon ist, da hät's-mu gibeitot, da is as Wättig's g'si, aber in ar leidu G'stalt, wie as Lütji, das kei Chopf hätti. Wie er nu schi Weg vorwärts g'gangu-n-ist, häts-mu schich immer zer Situ g'häbet, und etwas g'flammot, aber nit starch; und so is mit ihm g'gangu bis unter's Chriz, wa er us-um Alpweg gitretun ist und ufum Nebuweg i schis Guot g'gangu-n-ist; da hät's-mu so starch g'fürot und g'flammot, dass er an ganze Stuck wit in der Lütri du Weg guot g'seh hät. Aber z'ruck hät er nimme dörfu lotzu — das ist-mu nü drum g'si.
Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch