Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Wissle hassen das Pfeifen

Land: Schweiz
Kanton: Wallis
Kategorie: Sage

Es ist an alti Zellata (Sage), dass d'Wissle oder Herumjini d's Pfifu nit lidu chönne. A mal hei oich a Ma in der Nähji bi-ner Steirischu g'schlafu und wie n-er erwacht ist, so hät er vili Wissle us de Löchru van diesche Rischina g'seh fiircha cho und oigunblicklich wieder verschlifu. Da ist mu z' Si cho, a mu probieru z'pfifu; denn er hei g'hört sägu — we mu de Herumjinu pfife, so chome schi toubi — und chome immer meh und meh fircha, und dem wa pfife allzit nähjer und nähjer. Wie er nu so einige Mal starch gipfifot hät, so sind immer meh und meh Wissle ussa cho, und z'letscht, a sottigi unzahlbari Mengi, dass mu giducht hät, bi jedum Stei lotze a Chopf van-am Herumji uffa, ja dass mu fürcho ist, alli Steina um ihnu bewege schich, und si bari Wissle. Da hät er va Chlupf, schi chöntinu afallu und fressu, schine Tschopo (Überrock / Jacke, Weste) usgizogu — und den nu-ne darg'worfu und ist, was gist, was häst, darfagliffu. Wie er nu später z'ruck cho ist, ga lotze, wasch mit dum Tschopo ächt g'macht heige; da hät er g'seh, wiesch du Tschopo z'chleine Sticku zerrissu heind — und wenn er nit du glicklichu Ifall g'häbet hätti, ne du Überrock darz'ghiju, so hättisch oich ihnu, z'chleine Fetzu zerrissu und ufg'fressu.

 

Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch