Der barmherzig Chinig
Z Natersch he ni g'heru erzelu, es heigi e mal ufer Belalpu e Chinig mit schiner jungu Techter g'wonnt. Es Tagsch hei diz Jungi nit g'wissu was tuo und si uf'um Hubul ga du Berg abloze. Da hei's z'Blattu innu Mattu g'se Lit umha ga, Veh hietu, wässeru, meju, zettu und heiwu. Da hei's g'meint, das si Chinnupuppe, ischt darum en bri gangu und het all's z'sämu ins Vorschuss g'fassud. De heimu het sus dum Vater gezeicht und g'seit: »G'sich welli hibschi Puppe heni da en bri g'funnu; di sind läbundi und springund selber umba.»
Der Chinig ist aber uber schi Techter bes wordu und het dra gri g'seit: «Plag do di armu chleinu Lit nit so, di tient fir isch arbeitu und schwizu; — träg schi nummu rez e mab.» Däschi het si d's Töchterli verwunnrut und het di Puppe e mab getreit. So hent di guotu Lit ihru Arbeit mannerscht chennu fortsezu.
Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch