Vom Stutzanneli
a) Am Stutz, wo die Banngrenze Arboldswil und Ziefen scheidet, konnten noch am Ende des 19. Jahrhunderts Sonntagskinder in mondhellen Nächten ein Hirtenmädchen mit einem Strohhut erblicken, das suchend den steilen Hang auf- und niederstieg. Es handelte sich um ein Mädchen, das einst in diesem Gebiet Schafe hütete, eines durch Sturz von einem Felsen verlor und aus Angst vor der Strafe sich ein Leid antat. Seither muss es umgehen und das Schaf suchen.
b) S Stutzanneli het eso lang müese no sym Tod umenander laufe, as es süscht gläbt hätti.
c) Mein Vater hütete einst seine Kühe in der Rötlen zwischen Arboldswil und Titterten. Er sass oben am Grundstück, als das Stutzanneli mit weissem Hütchen auf der Landstrasse von Titterten herkam und plötzlich verschwand.
d) Bei der Heimkehr von Arboldswil rief ein übermütiger Ziefner Knabe in der Gegend des Stutzrains: «Stutzanneli, bisch au do?» Am Tage darauf hatte er eine geschwollene Backe.
Ziefen
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.