Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der grau Fritzehans

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Wenn die Ziefnermannen früher in der Coiffeurstube auf der langen Bank beieinander sassen oder wenn sie zur Winterzeit im Walde gmeinwerkten und beim Zobennehmen um das Feuer sassen, kamen sie etwa auf den grauen Fritzenhans zu sprechen. Man kannte ihn nur vom Hörensagen. Wann er gelebt hat, wusste nicht einmal der alte Schnyderpeter, der doch 96 Jahre alt geworden war.

Dieser graue Fritzenhans war ein Seher oder Prophet. Er verkündete, dass einmal eine Zeit kommen werde, da die Wagen nicht mehr von Pferden gezogen, sondern aus eigener Kraft rauchend, mit glühenden Augen durch die Berge fahren würden, und man werde einmal in Ziefen aus Paris singen hören. Sein Seherblick schaute aber noch anderes in der Zukunft:

Es git e Zyt, dass Gott erbarm,

Do chunnt der Rych und frisst der Arm,

Do chunnt der Arm und frisst der Rych,

Derno hais allbeed glych.

Eine noch dunklere Prophezeiung lautet: Es wird eine Zeit kommen, da sich der Bauer nicht mehr wehrt «bim Chärne, erscht bim Spreuer, wenn nüt meh syg».

Ziefen

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.