Der Reichtum des Hofes Beckenweid
a) Hans Jakob Recher, der Erbauer eines Posamenterhöfleins in der Beckenweid, geriet nach den Napoleonischen Kriegen in grosse Bedrängnis. In seiner Not wandte er sich an seinen Bruder Heinrich, den Bäcker in Ziefen. Dieser erklärte ihm, er sei nicht imstande, ihm zu helfen, schenkte ihm aber einen jungen Kirschbaum mit den Worten: «Der wird dir Glück bringen.» Der so Beschenkte kehrte auf sein Höflein zurück und setzte das Bäumchen in unmittelbarer Nähe des Hauses in eine kleine Mulde. Beim Ausheben des Pflanzloches stiess er auf eine gefüllte Geldkassette, wurde ein reicher Mann, und aus dem Höflein wurde ein stattlicher Bauernhof.
b) Beim Rückzug aus Russland wollte eine französische Trainabteilung über das Reigoldswilertal ins Birstal und zurück nach Frankreich. In der Beuggen verfehlten die Franzosen den Weg nach Ziefen und gerieten nachts auf den Karrenweg nach Arboldswil. Dabei fiel eine Kriegskasse auf dem holprigen Weg von einem Wagen. Durch den nächtlichen Lärm aufmerksam gemacht, sahen die Bewohner der Beckenweid tags darauf nach und fanden eine eisenbeschlagene Kasse voller Goldstücke. Sie verhielten sich still und vergruben den Schatz, um ihn später zu heben.
Ziefen
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.