Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Ein verhexter Posamentstuhl

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Jahr 1792. Dem Fried Mangold sind beim Bandweben mehrmals auf rätselhafte Weise etliche Blätter am Stuhl «versprungen», und hinter dem Scheidblatt sind die Zettel wie abgehauen worden. Marti Erni von Wenslingen, der sich auf dergleichen versteht, schickt ihm zuerst ein «Blechlein» und ein Kreuz damit sie an den Stuhl gehängt werden. Dann kommt er selbst, geht um den Stuhl herum und murmelt Unverständliches; für den Fall, dass jener «durch böse Leuthe verundreut worden», bohrt er «Täufels Tk.» (Teufelsdreck) in das Holz ein. Wie nichts hilft, weist er Mangold an den Nachrichter Ostertag in Zwingen, der ihm von einem wandernden Krämer empfohlen worden – er habe schon «viel Wundersach» gemacht. Dieser kommt, heftet «etliche Zedulein» auf den Stuhl, bohrt ebenfalls Löcher und tut etwas hinein.

Böckten

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.