Der Rankgartenfuhrmann
«Eine kurze Strecke unterhalb Buckten macht die alte Strasse eine Biegung; sie ist daselbst, zwischen Bach und Felsen eingeschlossen, sehr enge. Jener Ort heisst der Rankgarten, vermutlich wegen der Gärten, die sich auf dem gegenüberliegenden Ufer des Baches ausbreiten. Bei diesem Rank soll vor undenklichen Zeiten ein Fuhrmann verunglückt sein, indem er mit Ross und Wagen über das hohe Bord der Strasse in den Bach hinabstürzte. Wenn es seither eine Wetteränderung geben will, so kommt nachts der Rankgartenfriedli und zeigt dies durch Knallen mit der Peitsche an.
In früheren Zeiten macht sich mutwillige Burschen oft einen Spass daraus, diesen Glauben in den Köpfen einfältiger Leute zu nähren, indem sie bei annähernder Wetteränderung auf jenem Platze nachts mit Peitschen knallten. Seit vielen Jahren geschieht auch dies nicht mehr, und infolgedessen ist die Sage vom Rankgartenfuhrmann bereits so vergessen, dass die meisten jüngeren Leute sie gar nicht kennen.»
Buckten
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.