Die Alrune
«Zu Buckten in Baselland wohnte ein Ehepaar, das nur zum Schein posamentierte, denn diese Leute konnten ganz aus ihren angelegten Kapitalien leben. Gleichwohl begriff niemand, wodurch sie so reich geworden waren, und man erzählte sich, der Mann müsse eine Alrune besitzen, die ihm alle Tage einen Taler lege. Deswegen habe er wohl seinen früheren Wohnort zu Rümligen verlassen, um sich von dem verfluchten Tiere dorten loszumachen, nachdem er reich genug geworden war. Als er aber das erste Mal in seinem neugekauften Haus zu Buckten schlief, da sei ein starkes Sausen durch das Tal gegangen und ein Mann habe gesehen, wie die Alrune zu einem Mauerloch in die frischbezogene Stube hineingeflogen sei. Ein Vogel sei’s gewesen mit grünen ins Goldgelbe spielenden Flügeln; aber über den Augen sei ein blutroter Kamm gesessen. Als der Mann starb, soll er besonders schlechtes Wetter zur Reise in die andere Welt gehabt haben, und sein Weib haben die Läuse gefressen.»
Buckten
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch