Der schwarze Mann
Der ehemalige Pfarrer von Buus, Gottlieb Rotpletz, erzählte bei einem Abendsitz folgende Begebenheit:
Vor einigen Jahren, zur Herbstzeit, kehrte ich mit dem Lehrer über den Berg heim, als schon längst die Nacht eingebrochen war. Da stand plötzlich ein schwarzer Riese vor uns, als wir an der Wegbiegung bei einer Waldecke vorbeikamen. Aus dessen weitem Maule fuhr ungefähr in gleichen Abständen eine ellenlange, feurige Zunge, welche die nächste Umgebung jeweils auf Augenblicke grell erleuchtete.
«Lehrer, was mag das sein?» fragte ich meinen Begleiter, der wie ich durch diese Erscheinung etwas betreten war. «In solchen Fällen untersucht!» entgegnete er. «Das ist mein Leibsprüchlein in der Schule, wenn es sich um Spukgeschichten handelt.» «Also vorwärts!» rief ich, und nach zehn Schritten standen wir vor einem hohlen Stocke, der in seinem Innern brannte und von Zeit zu Zeit eine Flamme durch eine obere Öffnung entsandte. Jetzt erinnerten wir uns im Weitergehen, dass wir auf dem Herwege einige Hirtenknaben getroffen, die in der Nähe ein Herbstfeuer angezündet und wahrscheinlich aus Mutwillen glühende Kohlen ins Innere des Baumes geworfen hatten.
Buus
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.