Billiges Waldland
Bei der Sommerau sind die Diepflinger mit Waldland zu kurz gekommen. Um ein paar Mass Wein verkauften die Diepflinger Gemeinderäte den Gelterkindern eine magere Halde. Dieses von Gelterkinden sehr entlegene Stück Wald erholte sich aber, und es gediehen doch noch ansehnliche Bäume darauf. Diese bildeten immer einen Anziehungspunkt für Diepflinger und Thürner Holzfrevler. Noch heute werden allerlei Geschichten erzählt: Wie sie zur Sommerszeit Tannenstämmchen abhieben, diese im Getreideacker versteckten und dann auf dem Garbenwagen nach Hause führten. Einer hatte einen gestohlenen Mehlbaum längere Zeit in Sissach bei einem Tochtermann liegen. «I geeb jetz no zwänzg Franke, wenn i wüsst, wär mer dä Mählbaum gstohle het», sagte der Gelterkinder Ochsenwirt an einer Holzgant zu einem Diepflinger, ohne zu ahnen, dass er einen Mithelfer bei jenem Frevel vor sich hatte.
Diepflingen
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch