Die selige Hoffnung eines Geistes
Ein Geistlicher ging einst durch einen Wald, sah den Geist eines Weibes auf einem Steine sitzen und hörte ihn herrlich singen. Verwundert fragte der Geistliche, was ihn so freue und warum er so schön singe? Der Geist antwortet: „Billig freue ich mich und singe; denn gerade jetzt ist hier ein Vöglein vorbeigeflogen und liess aus seinem Schnabel ein Sämchen fallen, welches sich zu einem grossen Baum entwickeln wird. Dieser wird dann einst umgehauen und zu Läden zersägt. Aus den Läden gibt es unter anderm eine Wiege und das erste Kind, das in dieser Wiege liegt, wird mich erlösen."
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch