Das geisterhafte Licht
Es lebte um das Jahr 1779 in Sarnen unter der Ah-Mühle Gerber Anton Wirz. Zwischen Voribach und Kernmatt besass er eine Sommerweid. Unser Gerber hatte nun die Gewohnheit, bevor er sich zur Ruhe begab, jeweilen noch zum Fenster hinauszuschauen. Da sah er einmal in seiner Sommerweid hart am Walde ein Licht schimmern. Nacht für Nacht nun beobachtete sein scharfer Blick dieses geisterhafte Licht. Er wurde ängstlich, ging zum Kapuziner, erzählte ihm die Sache, bat um Rat und der Kapuziner sagte: „Baue dort, wo du das Licht gesehen, einen Bildstock; vor demselben errichte eine Bank, damit die Betenden knieen, die Müden ruhen können." Der Gerber tat so, und wie der Bau vollendet war, verschwand das Licht für immer.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch