Kloster Schönthal
Als ein Diener Graf Adelberts von Frohburg auf der Jagd fast verschmachtete, und zu Maria, der Himmelskönigin, um Hilfe und Rettung flehte, hörte er plötzlich ein fernes Rauschen, wie von einer hellsprudelnden Quelle. Er ging dem Tone nach und entdeckte in einem einsamen Waldtale eine schöne Quelle, aus der er sich nun erquickte. Plötzlich erblickte er unfern von ihm einen goldenen Wagen, von einem Löwen und Schafe gezogen, auf dem in ihrer Anmut die Mutter Gottes selbst sass; doch der Wagen verschwand bald und er kehrte eilig zu seinem frommen Grafen zurück, dem er die Wundermähr erzählte und der an der heiligen Stelle nun das Maria geweihte Benediktinerfrauenkloster Schönthal stiftete.
Aus: R. M. Kully, H. Rindlisbacher, Die älteste Solothurner Sagensammlung, in: Jurablätter. Monatsschrift für Heimat- und Volkskunde, 1987. Mit freundlicher Genehmigung von R.M.Kully. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch