Die Kapelle auf dem Rüdliport
Auf dem Rüdliport, nahe bei Sarnen, stand früher eine kleine steinerne Kapelle. Allmählig war sie zerfallen, ein Teil der Steine war in's Melchaa-Tobel hinabgestürzt und den andern Teil benützte man als Baumaterial, als man in den 1870er Jahren das neue Rüdlihaus zu bauen begann. Aber in dem neuen Hause fing es an zu spuken; nächtlicher Lärm durchtobte es, sodass niemand im Hause Schlaf und Ruhe finden konnte. Da versprach der Besitzer an der alten Stelle eine neue Kapelle zu bauen und hielt sein Versprechen. Von jener Zeit hat man den geheimnisvollen nächtlichen Lärm nicht wieder gehört.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch