Das Gäuermädchen auf dem Laudenberg
Vom Landenberg haben schon viele Leute, die sich vorwitzig in der Nacht auf den alten Schlossplatz wagten, geschwollene Köpfe und Gliedmassen heimgetragen. Sie waren in bösen Wind gekommen, denn dort ist's eben nicht geheuer. Ein Mann, der vor vielen Jahren in der Mittefastennacht hinaufging, um die ringsum leuchtenden Höhenfeuer zu betrachten, sah sogar, als er über das Landenbergtössli gegen die Brauerei hinabschritt, ein junges, schönes Mädchen in alter Gäuer-Tracht vor sich am Boden kauern. Er versetzte ihm einen leichten Schlag auf die Schulter und schritt heiter vorwärts. Als er nach Hause kam, war seine Hand hoch aufgeschwollen.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch