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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Bergmännchen und die Gemsen

Land: Schweiz
Kanton: Obwalden
Kategorie: Sage

In Giswil starrt auf einer Alp ein Felsen empor, der Giswilerstock. In dem umliegenden Gebiet hausten Bergmännchen. Ein oder mehrere Jäger begaben sich da einst auf die Gemsenjagd. Wie nun ein Jäger den Gemsen nachspürte, stellte sich plötzlich ein solches Männchen vor ihn hin und trug die Bitte vor, er möchte ihm doch seine Tiere nicht schiessen, dafür wolle es ihm einen grossen Schatz zeigen. Es wies ihm denselben im nahe liegenden Felsen, dem Giswilerstock, an; er solle nur hingehen und denselben entheben. Doch stellte er ihm die Bedingung, dass er beim Hingehen in den Felsen bei Leibe nicht zurückschaue, sonst wäre der Schatz für ihn unerreichbar. Wie nun der Jäger voll Begierde durch die Oeffnung des Felsens hereintappte, jauchzte jemand hinter ihm; er schaute unbesinnt rückwärts und sogleich verschwand Alles mit donner- mächtigem Gekrach. Der Schatz war verloren.

Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch