Drei Riesenbrüder kegeln
Als einmal junge Burschen von Selzach kegelten, traten drei fremde Männer in ihre Mitte und boten ihnen ein Wettkegeln an. Die Selzacher willigten ein. Jeder Wurf sollte eine Mass Wein gelten. Sobald die drei Fremden warm geworden waren, wuchsen sie zu übernatürlicher Grösse und Stärke an. Kugel um Kugel entsandten sie mit solcher Gewalt, dass man im Tal das Rollen des Donners zu hören glaubte. Die Kugeln fuhren weit über die Bahn hinaus, den Jura hinan, die einen wieder zurück, die andern fort über den Berg durch die Tannenwälder bis ins jenseitige Tal. Noch heute sieht man an der Bergwand von Bettlach bis Grenchen die langen schnurgeraden Felsrisse, die der Lauf der Kegelkugeln sich gebahnt hat. Die Selzacher mussten das Spiel bezahlen. Als aber aller vorhandene Wein ausgekegelt und vertrunken war, gingen auch die drei Männer fort. Woher sie gekommen waren und wohin sie gingen, weiss man nicht.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch