Wolftürli
In früheren Zeiten beherrschten Wölfe die Wälder des Bucheggbergs. Kein Hirsch, kein Reh war vor dem Raubgesindel sicher. Kühe und Kälber würgten sie in grausiger Lust dahin. Hie und da kehrten auch Kinder und Männer nie mehr vom Wald zurück. Später gingen Männer und Hunde zur Treibjagd in den Wald, um die Wölfe zu vernichten.
Der letzte Wolf im Lande entfloh oberhalb Mühledorf in kühnem Sprung hoch über ein Tor im Hag. Seither sind die Weiden frei auf den Bucheggberger Höhen. Der Ort, wo einst die Türe im Weidhag stand, über die der Wolf sprang, wird nun heute im ganzen Lande Wolftürli genannt.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch