Vom Schlosshubel im Ätigkofer Wald
Nicht weit von der Ätigkofer Egg, da wo die drei Banne der Gemeinden Ätigkofen, Lüterswil und Oberramsern zusammenstossen, erhebt sich über dem Waldboden eine grosse, rechteckige Fläche, unmittelbar am Rande des Abhanges zum Limpachtal. Knapp zweihundert Meter nördlich davon sieht man noch die Überreste eines eisenzeitlichen Grabhügels. An dieser einsamen Stelle haben sich um die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts, als der Streit um die Rechtsameanteile die Bucheggberger in zwei sich heftig befehdende Lager teilte, jeweilen die Tauner und Nichtrechtsamebesitzer nächtlicherweise versammelt, um unbelauscht und unerkannt ihre Begehren darzulegen und sich über das Vorgehen abzusprechen.
Vielleicht erinnerten sich einige der Teilnehmer an einen verborgenen, unermesslich wertvollen Schatz, der nach Berichten ihrer Vorfahren an dieser Stelle zu finden wäre. In einem Schaltjahr, bei Vollmond, zur Zeit der Geisterstunde ragt da eine goldene Wagendeichsel aus dem Boden. Kann ein Bauer seine Pferde anspannen, ohne ein Wort zu reden, und bringt er sie zum Ziehen, gehört der verborgene Schatz ihm. Bis jetzt brachte das noch niemand fertig, denn alle mussten «Hü» zu ihren Pferden sagen.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch