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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Gelübde des Weierklaus

Land: Schweiz
Kanton: Solothurn
Kategorie: Sage

Man erzählt, es habe ein Mann von Steinhof, Weierklaus genannt, eine Wallfahrt nach Einsiedeln gemacht. Auf dem Vierwaldstättersee habe er sich nebst mehreren Reisegefährten eingeschifft. Bald darauf habe ein gar fürchterlicher Sturmluft geweht, so dass das Schiff unterzugehen drohte und die Schiffsleute sowohl als die Reisenden nichts als den Tod vor sich sahen. Der Weierklaus habe bei diesem Anlasse zur Mutter Gottes gebetet und versprochen: wenn er das Leben behalte, so wolle er in Einsiedeln ein geschnitztes Mutter-Gottes-Bild kaufen, so gross und schwer, als er es nach Hause tragen möge. Er kam mit dem Leben davon und tat, was er versprochen. Nach Hause gekommen, wollte er in seinem eigenen Hause der Mutter Gottes eine Kapelle errichten, allein es boten Männer unentgeltlich den Platz zum Bau einer Kapelle, und so wurde selbe von der Gemeinde zu Ehren der Mutter-Gottes gebaut und benanntes Bild auf dem Altare aufgestellt.

Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch