Das St. Antoni Glöckli
Im Grossteil bei Giswil ist die grosse Glocke auf den Namen des hl. Antonius des Einsiedlers geweiht; obschon die Glocke ziemlich gross ist, wird sie unterm Volke doch nur das St. Antoni Glöckli genannt. Dasselbe hat die wunderbare Kraft, böses Ungewiter abzuwenden, zumal wenn es von Hexen und Unholden herrührt. Es ist eine alte Überlieferung, dass der jeweilige Sigerist beim dritten Donnern verpflichtet sei, über Wetter zu läuten. Wenn erst später geläutet wird, so hat sie nicht mehr so grosse Gewalt.
Auf dem Wang, Kleinteil, hat einmal eine Hexe gewohnt, die jedesmal fuchswild wurde, wenn das St. An- tont Glöckli läutete; sie jammerte: «Jetzt, da das St. Antoni Färli briäli» (Anspielung auf die Sau des hl. Anton) sei ihre Kunst vorbei.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch