Vom Galgelölitier
Z'Madiswil nide-n-isch es Wäldli, 's Galgelöli. Z'mitts über Tag, we sie süscht kes Blettli a de Bäume rüehrt u-nes n-iedersch Lüftli dehinge blibt, fot's dert i de Tanne-n-a rusche-n-u tose, u de geit's gleitig wie-n-es Windspiel uber-e Hunzerügge düruehe bis uf Rohrbech. Das isch 's Galgelölitier. Es isch es Unghür; sälte gseht me's; eine seit, es sig gross wie-n-es Ross, en angere, öppe wie-n-es jährigs Chalb. Meischtes nimmt es dr Wäg über d'Grossmatt gäge d'Bisig ubere. Wär ihm im Wäg steit, uberchunnt e gschwullne Chopf u wird chrank.
Einisch si ihre zwe ame-n-e Charfriti i's Galgelöli go dachse; sie hei vor ne Hühli e Sack gspannet u-n-es Tierli dri gjagt. Drno hei si flingg verbunge. Eine het dr Sack über d'Achsle gschlängget u-n-isch süferli dürab glüffe. Dr anger isch hingernohe trappet u froh gsi, dass es nid gäng gheisse het: Viel Jages u weni Fohs. Du isch ne 's Jeuchi acho u vor Ubersüünegi het er brüelet: «Galgelöli, wo bischt?» «Galgelöli i Hämelersch Sack inne», het er zum Bscheid ubercho. Aber wohl, das het ne Bei gmacht; sie hei dr Sack lo gheie u si, was gischt, was hescht gäge's Dorf zue. Sie hei später sälber nümme gwüsst, wie sie z'dürab cho si.
(Mundart aus Rohrbach)
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch