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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Vom Geldsonnen und vom grünen Teufel

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Vom Schlosse Jegenstorf erzählt man sich, dass hier das Geldsonnen als teuflisches Blendwerk bisweilen stattfinde. Auch wurde hier ein Mädchen von einem unbekannten Mann des Nachts auf die Burgfluh geführt. Der Fels öffnete sich vor ihnen und das Mädchen erblickte drei Männer, die um einen Tisch sassen. Sie verlangten von ihm, dass sie ihren Namen mit Blut in ein Buch eintrage. Das wollte das Mädchen nicht tun und rief: «Bei Christi Blut...» Kaum hatte sie diese drei Worte ausgesprochen, war der ganze Spuk verschwunden: der Unbekannte, die drei Männer und das Buch. Das Mädchen fand sich allein und am ganzen Leibe nackt auf der finsteren Schlossfluh wieder. In dieser Gegend hörte man auch erzählen, dass der Teufel, den man hier auch Luzifer von Beaumont nennt, bald als Grüner im Gehölz erscheine, bald als Fuchs oder Hase nahe beim Schloss umherstreife.

Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch