Die Erdmännlein am Immenberg
Die vorhin genannte Elisabeth Fröhlich in Lommis, welche noch die grosse Teuerung anfangs des 19. Jahrhunderts miterlebt, selbstgekochte Brennnesseln, Haferhalme und andere Kräuter genossen hatte, deren Mutter auch Anno 1799 zwischen Lommis und Weingarten von streifenden Kosaken das Brot vom Kopf aus dem Tragkorb gestohlen wurde, erzählte mir persönlich als kleinem Burschen, wie vor den grossen Erdschlipfen 1876 am Immenberg viel Höhlen und Löcher gewesen seien und zu ihrer Kinderzeit dort noch Erdmännlein gehaust haben, fusshohe, menschenähnliche Wesen. Was sie getan und wie sie gelebt, wurde nur verschwommen bekannt; vieles, ja das meiste ist mir in den 26 Jahren auch entfallen.
Mitgeteilt von K. Gremminger, Lehrer, in Speiserslehn
Quelle: A. Oberholzer, Thurgauer Sagen, Frauenfeld 1912
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch