Der Schatz im Schlosse Campell
Ein armer Schuhmacher, der in einem Acker beim Schlosse Campell gearbeitet hatte, ging, um sein spärliches Mittagsmahl im Schatten zu geniessen, in das Innere der Schlossmauern. Wie er sich nun so die alten Mauern ansah, und die Colosse von Quadern beguckte, gewahrte er neben einem Balken in der Mauer ein Loch, und in dem Loche ein Kistlein; das nahm er zu sich, öffnete es, und fand darin köstliches Geschmeide, auch gemünztes Geld. Er war klug genug, die Sache nicht zu offenbaren oder zu plaudern, wendete den Fund gut an, und ward durch ihn in bessere Verhältnisse gestellt.
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.