Der Schatz vom Schlosse Strahlegg
Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage
In der Nähe des Schlosses Strahlegg schlug einstens zufällig der Huf eines Saumpferdes ein glänzendes Goldstück aus der Erde und der nachtretende Säumer fand dort einen beträchtlichen Schatz. Da das Glück ihm aber nicht erlaubte zu schweigen, geriet er in Händel und Streit mit dem Vogte zu Castels, der den Schatz für seinen Herrn in Anspruch nahm.
Einmal gingen zwei Männer um Mitternacht von Küblis nach Fideris¬Bad. Der Weg führt eine kleine Strecke oberhalb der Burg vorbei. Dort angelangt, wo man vom Wege aus die Burg erblickt, sahen sie aus dem Walde her eine Kutsche mit Windeseile heranrennen. In Derselben sass der alte Burgherr. - Gelingt es Diesem auf seiner nächtlichen Fahrt, die sich alle hundert Jahre wiederholt, einmal ungesehen vom menschlichen Auge vierspännig zur Burg zu gelangen, so ist seine Seele erlöst.
Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.