Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Gold-Ader in Langwies

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage

In den Küpfen oberhalb Langwies hatte ein Langwieser, ein armer Mann, eine Bergwiese, und wollte dort ein Haus bauen .

Wie er nun mit seinen Söhnen an der Arbeit war, das Fundament zu graben, kam ein »fahrender Schüler« zu ihnen heran, und sprach zum Vater, er solle den Jüngern seiner beiden Söhne beim Graben in die Mitte stellen, es werde ihn nicht gereuen. Der Vater folgte der Weisung, und es war noch nicht Abend, als sie auf eine Gold-Ader stiessen. Waren sie nun durch das Gold, dem sie nachgrabten, und ausbeuteten, aller Armut fürderhin enthoben, bauten sie doch ihr Haus fertig. - Jetzt (1878) gehört dieses Haus einem Manne, Namens Peter Heim. -

Mag man zu diesem Hause hingehen, zu welcher Zeit es ist, so findet man an einer Stelle, wo die Mauer auf der Gold-Ader ruht, immer nassen, warmen Grund, im Sommer besonders. Im Winter steigt dort meistens aus dem Schnee ein blaues Räuchlein empor; im Frühjahre ist es dort am ehesten »aaber« (schneefrei), im Herbste am längsten grün.

Quelle: Volksthümliches aus Graubünden, D. Jecklin, vollständige Neuauflage, Berlin 2014

 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.