Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Gallenbrunnen (St. Margrethen/SG)

Land: Schweiz
Kanton: St. Gallen
Kategorie: Sage

Der heilige Gallus kam einst auf seiner Wanderung durch die Rheingaue auch in unsere Gegend. Er war von der weiten Reise ermüdet, setzte sich hin und labte sich an einem kühlen Trunk, der frisch aus der Erde hervorquoll. Mit innigem Dank gegen Gott segnete er die Quelle, dass sie stets reichlich fliessen und andere in gleicher Weise erquicken möge. Das Brünnlein hiess von der Zeit an der Gallenbrunnen. Du findest ihn in der Nähe der Landstrasse St. Margrethen-Rheineck, umgeben von grünendem Rasen und umrahmt von der Blütenpracht oder dem Fruchtsegen unserer Obstbäume.
J. Hagmann

*

Durstende Feldarbeiter schöpfen ihren Trunk gerne aus dem Gallenbrunnen; aber auch die Fuhrleute tränken dort gerne ihre Pferde, weil dieses Wasser den Tieren besonders zuträglich sein soll. Der Volksmund erzählt, von der Burg Grimmenstein führe ein unterirdischer Gang heute noch zu dieser Stelle, da die Ritter einst ihre Pferde am Gallenbrunnen zu tränken pflegten.
J. Brassel
 

Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 43, S. 22

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.