Mit verdrehtem Kopf
Stock und Galgen oder die höhere Gerichtsbarkeit standen beim Landesherrn, also ehemals bei den Grafen von Werdenberg, später bei dem Glarner Landvogt.
Es war hier ein eigentümliches Recht, dass Verbrecher nicht über das Gebiet des Städtchens geführt werden durften; für sie bestand das "Schelmenwegli", das von Lims aus steil zum Schlosse hinaufführt.
Auf diesem Wege begegnet man zu gewissen Zeiten einem grossen, hagern Mann, der auf einem Schimmel reitet. Der Kopf ist aber verdreht, schaut also nach rückwärts; auf selbigem sitzt ein großer Schlapphut, der mit einer Feder geschmückt ist.
Heinrich Hilty.
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 111, S. 54
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.