Der Graf von Regensberg und die Zürcher
Der Graf von Regensberg und die Zürcher
Es geschah, dass nach dem Hinschied des Kaisers Friedrich 28 Jahre lang kein römischer Kaiser war . . . Da schickten die Zürcher die zwölf besten Bürger, die zur Zeit die Stadt regierten . . . , zum Herrn von Regensberg und baten ihn, dass er bis zur Wahl eines Königs oder Kaisers ihr Hauptmann möchte sein und sie im Namen der Reiches schirme; sie wollten ihm gerne gehorsam sein. Aber der von Regensberg besass viele Städte und Burgen, verschmähte diese Werbung und sprach: „Ich habe euch mit meinen Festungen umgeben wie einen Fisch mit Garnen, und ich bin stark genug, euch zu bezwingen und unter mich zu bringen. Wenn ihr euch aber mir ergebt und mir eure Stadt überantwortet, so will ich euch gnädig regieren.“
Diese Antwort brachten die Abgesandten heim, und jedermann erschrak darüber.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Nach Brennwald I, 123, ins Neuhochdeutsche übertragen, sonst unverändert
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.