Der Heilbrunnen bei der Wasserkirche
Der Heilbrunnen bei der Wasserkirche
Bei der Wasserkirche, nach andern unter der Kirche, sprudelte im Mittelalter ein Brunnen. Kranke, welche von seinem Wasser tranken, wurden gesund. Die Heilungen erklärte man sich hervorgerufen durch die mineralischen Bestandteile des Wassers. Gegen diese Meinung äusserte sieh aber um die Mitte des 15. Jahrhunderts der Predigermönch Johannes de Albo Lapide:
Die Heilkraft dieses Brunnens beruht auf den Verdiensten der heiligen Märtyrer Felix und Regula, besonders darum, weil sie hier ihr Blut vergossen haben. Die Kraft des Brunnens sei übernatürlicher Art; dies beweise allein schon die Tatsache, dass das Wasser die gegensätzlichsten Krankheiten heile, was natürliche Heilmittel nicht könnten.
Der Naturgelehrte Scheuchzer berichtet 1746, dass dieser Brunnen 1556 zugeschütttet worden sei, weil ihn die Geistlichkeit als Lockvogel benützt habe; er sollte nicht weiterhin Anlass zu Aberglauben geben.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Nach H. E. Escher, Beschreibung des Zürichsees.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.