Das rote Schürli
An der Steinstrasse in Wiedikon stand noch 1850 das „rote Schürli“. Es stand seinerzeit noch allein und wurde in den letzten Jahren seines Bestehens als Lagerhaus gebraucht. Schon seit altem erzählte man, dass es daselbst nicht geheuer sei. Man hörte darin poltern, ächzen, stöhnen, und jeder der vorbeiging, bekam das Gruseln.
Nun waren dort einst die herrlichsten Veilchenplätze, und beherzte Mädchen konnten nicht widerstehen, sich dort einen Strauss zu pflücken. Aber unversehens fing neben den Jungfern ein Pferdefuss an, auch Veilchen zu pflücken. Ja, etliche haben genau gesehen, dass der Teufel selbst die hölzerne Treppe, die auf der Rückseite des Scheuerchens zur Heudiele führte, heruntergestiegen kam.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Escher, W. und A., S. 63.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch