Der Kirchenbau in Meilen
Der Kirchenbau in Meilen
Die alte, in ihren Ursprüngen aus fränkischer Zeit stammende und einst Sankt Martin gewidmete Kirche von Meilen steht am See; vor dem Bau der Seestrasse grenzte die Kirchhofmauer an das Ufer. Sie sollte seinerzeit an anderer Stelle, beim Hofe Betfahrt, am Hang gegen den Pfannenstiel, oberhalb der heutigen Anstalt Hohenegg, errichtet werden. Die auf die Baustelle verbrachten Balken und Steine verschwanden jedoch stets über Nacht und fanden sich am Morgen am See unten auf dem heutigen Kirchhof. Daraus entnahm die Gemeinde den göttlichen Ratschluss, dass die Kirche da erbaut werden solle, wo sie noch heute steht, was denn auch geschah.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Stadt Zürich und Zürichsee
Wörtlich aus Corrodi, JZ 1951/52, S. 329.
Kommentar in die Anmerkung versetzt: „Der geschichtliche Kern der Sage ist offenbar in der Tatsache zu suchen, dass beim Hofe Betfahrt in alter Zeit sich eine Kapelle erhob, zu der Prozessionen (Betfahrten) veranstaltet wurden; daher der ehrwürdige Name der Örtlichkeit. Die letzten Spuren dieses kleinen Gotteshauses mussten vor Jahren dem Bau eines der Häuser der Anstalt weichen.“
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.