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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die freien Walser

Land: Schweiz
Kanton: St. Gallen
Kategorie: Sage

Die freien Walser besassen in Weisstannen sehr wahrscheinlich auch einige Ansiedelungen, so die Alpen Laui und Valtona. An beiden Orten finden sich jetzt noch Reste alter Hofstätten und zwar in der Laui auf dem Plattenboden oder Stierenlager das sogenannte "Heidenstöfeli", in Valtona die Mauerreste unter dem Schönmahd. Noch existiert eine Blechbüchse, welche die Ortsbezeichnung "Valtona" und eine Jahreszahl aus dem 12. Jahrhundert trägt. Sie soll Eigentum der letzten Bewohner von Valtona gewesen sein, welche dann nach Weisstannen heruntergezogen seien. Nach der Volkssage habe Valtona einen eigenen Ammann, ja sogar Stock und Galgen besessen.

Die Weisstanner behaupten, dass die Küng und Mooser, wahrscheinlich auch die Pfiffner und Albrecht von Laui und Valtona herstammen. Diesen vier Geschlechtern wurde als den ältesten des Weisstannentales laut gerichtlichem Urteil das Doppelbürgerrecht von Mels und Weisstannen zuerkannt.

Für das Vorhandensein der Walser spricht übrigens auch der Umstand, dass ein Weideplatz hinten an der Weisstanner Klosteralp heute noch den Namen Walserweide trägt.
 

Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 248, S. 126f

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.